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Pool Party: Der außergewöhnliche vulkanische Krater von Saturnia ist einer der größten Thermalparks in Europa. Foto: imageBROKER/Alamy.
LifestyleNatur

Entspannen Sie sich in den Thermalquellen der Toskana

Von Julia Buckley

Kunst, Architektur und… heiße Quellen. Für die ersten beiden ist die Toskana weltberühmt, aber die letzteren kennt außerhalb der Toskana fast niemand. Dabei ist es gerade im Winter ein ganz besonderes Erlebnis in das mineralhaltige Wasser dieser Quellen einzutauchen.

Ein Großteil der Quellen liegt im Umkreis des Monte Amiata, einem schlafenden Vulkan im Süden der Toskana, an der Grenze der Regionen Maremma und Siena. Obwohl er seit 200.000 Jahren nicht ausgebrochen ist, lässt die unterirdische Hitze die umliegenden Quellen sprudeln.

Die heißen Quellen gehören zur Dolce Vita wie der Caffè am Morgen – und die Italiener können den Besuch sogar über das staatliche Gesundheitssystem beziehen. Aber auch ohne akute Gesundheitsprobleme lohnt sich der Besuch. Jede der Quellen hat ihren ganz eigenen, gesundheitsfördernden Charakter, und ihnen ist gemein, dass man sich hier unglaublich gut entspannen kann und im Nachhinein vielleicht einen ganz anderen Blick auf alles wirft.

Die Chianciano Therme hat einen hervorragenden Wellnessbereich, Terme Sensoriali

Chianciano Terme

Chianciano, in der Nähe des Val d’Orcia gelegen, ist eine der berühmtesten Thermalstädte der Toskana – und schuld daran ist Federico Fellini, dessen Film 8 ½ hier spielt. Die Quellen waren schon bei den Etruskern und danach bei den Römern sehr beliebt – dem Dichter Horaz wurde der Aufenthalt hier von seinem Arzt verschrieben. Natürlich ist der Eintritt nach 2.000 Jahren der Weiterentwicklung nicht mehr kostenlos, aber Sie können immer noch durch den mit Pinien bepflanzten Acqua Santa Park spazieren. Hier gibt es, wie vielerorts in Italien, kostenlose Trinkwasserhähne, und dem Wasser in dieser Region wird eine heilsame Wirkung auf die Leber nachgesagt.

Die Quellen haben auch heute noch große medizinische Bedeutung, vor allem ist Chianciano aber ein beliebtes Wellnessziel., besonders die Terme Sensoriali ist beliebt. Hier können Besucher zwischen 20 verschiedenen „Erlebnissen“ auswählen, zum Beispiel Bäder mit Farbtherapie, ein Kiespfad mit Kneipp- und Musiktherapien – wählen Sie einfach die Behandlungen, die Sie am meisten ansprechen! Verpassen Sie auf keinen Fall die Schlammbäder oder genießen Sie den Pool mit Außenbereich, der so warm ist, dass man es sich darin auch im Winter gemütlich machen kann. Hier finden sowohl Thermalkenner als auch Neulinge das Richtige. Ab 38,–€.

Bagni San Filippo

In den Wäldern in der Nähe von Bagni San Filippo liegen die Fosso Bianco Becken, welche zu den spektakulärsten der toskanischen Thermalquellen gehören. Ein kurzer Fußweg führt vom Dorf zu den Quellen, die auf den ersten Blick an einen eingefrorenen Wasserfall erinnern. Tatsächlich handelt es sich aber um Kalziumablagerungen des Thermalwassers. Da das Wasser zudem über einen hohen Schwefelgehalt verfügt, umgibt die Becken ein ganz eigener Geruch.

Aus Sicherheitsgründen wird über Schilder darauf hingewiesen, nicht in der Quelle zu baden, diese Hinweise werden jedoch konsequent ignoriert, die Quelle ist eine beliebte Badestelle. Für einen strukturierteren Aufenthalt gib es im Ort die Terme San Filippo, welche Hotelaufenthalte mit Wellnessbehandlungen verbindet.

Die Fosso Bianco Swimming-Pools sehen aus wie ein riesiger statischer Wasserfall. Foto: Stephen Hughes/Alamy

Saturnia

Am Monte Amiata in der Maremma gelegen hat sich Saturnia ihren einzigartigen vulkanischen Krater erhalten. In dem Becken mit natürlichem Tonboden sprudelt 37°C warmes Wasser mit bis zu 500 Liter pro Sekunde. Das Becken wurde mit wenig invasiven Methoden in ein Thermalbecken umgewandelt und steht exklusiv den Gästen der Terme di Saturnia zur Verfügung. Zusätzlich gibt es hier aber auch einen der größten Thermalparks Europas – eine Kombination aus miteinander verbundenen Schwimmbecken, Hydromassagebecken und Duschen, die alle das schwefelhaltige Thermalwasser nutzen. Eintritt 23,–€.

Etwa 1 km stromabwärts trifft das Wasser auf die Cascate del Mulino, hier stürzt es über mehrere Stufen in verschiedene Becken und formt dabei natürlich wirkende Whirlpools. Noch weiter stromabwärts liegt eine weitere Reihe an „Wasserfällen“- angeblich baden die Anwohner hier nachts ihre arthritischen Pferde. Der Besuch der Cascate ist nicht nur kostenlos, sondern auch einfach zu gestalten: ganz in der Nähe gibt es einen großen Parkplatz. Wenn möglich sollten Sie aber allerdings unter der Woche hierherkommen, da es am Wochenende häufig überfüllt ist.

Petriolo

Eine halbe Stunde außerhalb von Siena, auf dem Weg in die Maremma, liegt Petriolo, hier füllt 43°C warmes Wasser einige Becken am Fluss Farma. Obwohl es bereits zur Zeit der Römer bekannt war, wurde es im Mittelalter zu einem kommerziellen Thermalbad umgewandelt. Über die Jahrhunderte wurde es beim italienischen Adel, wie den Medici, und sogar bei der päpstlichen Kurie beliebt.

Heutzutage ist das Bad für seine saunaähnliche Behandlung beliebt. Die Gäste baden zunächst in den wärmsten Thermalgewässern Italiens, um dann den Sprung in den um einiges kälteren Fluss zu wagen. Obwohl es hier ähnliche Ablagerungen wie in Saturnia und Bagni San Filippo gibt, wird das Wasser durch Plastikrohre gepumpt. Es ist vielleicht nicht so ästhetisch wie einige andere Bäder, aber es ist ganz besonders mit seiner eigenen Geschichte verbunden, und immer noch von den Ruinen aus der Renaissance umgeben.

Montecatini Terme

Montecatini Terme, in der Nähe von Pistoia, zwischen Lucca und Florenz gelegen, unterscheidet sich von den anderen Thermalquellen nicht nur durch ihre Lage. Dieser Kurort erinnert eher an Baden-Baden oder Bath, mit großzügigen Parkanlagen und Architektur aus dem 18. Jahrhundert. Der damalige Großherzog der Toskana ließ den Ort zu einem hochwertigen Wellnessziel ausbauen. Die Bäder stammen direkt aus der Belle Époche. Terme Tettuccio wird von einem großartigen Art Nouveau Gebäude beherbergt, mit Bädern wie in Budapest und sogar einem Lesesaal. Terme Excelsior und Terme Tamerici können der Terme Tettuccio trotzdem das Wasser reichen. Hier werden moderne Behandlungen wie zum Beispiel LomiLomi Massagen, Chakra Ausrichtungen und Ayurveda angeboten.

Julia Buckley ist Reisejournalistin und Autorin mit einer besonderen Leidenschaft für Italien. juliabuckley.me.uk

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