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Die Traubenernte – auf italienisch „vendemmia“. Bild: Lukasz Szwaj/Shutterstock
Essen & TrinkenNatur

„Salute“ dem toskanischen Wein

Von Tuscan Guru

In der Toskana wird der Wein gelesen und alle drücken die Daumen, dass es wieder ein gutes Jahr wird. Warum aber ist der Wein hier so gut und von welchen Reben kommt er? Welche Weinsorte sollte man probieren und wann? So viele Fragen…. Schlendern Sie mit uns durch die Weinberge und wir versuchen alles in Kürze zu erklären.

 

Seit wann wird in der Toskana Wein angebaut?

Das haben wir den Etruskern zu verdanken, die hier ungefähr im 8. Jahrhundert v. Chr. Wein anpflanzten. Diese Trauben gediehen über die Jahrhunderte und wurden von den Römern, den Mönchen des Mittelalters, der ansässigen Aristokratie und natürlich den heutigen Winzern gehegt und gepflegt.

 

Um welche Trauben handelt es sich bei diesen berühmten Weinen?

Die Toskana ist weltberühmt für Rotwein. Sangiovese ist die wohl bekannteste einheimische Rebe. Andere Sorten spielen auch eine bedeutende Rolle, den köstlichen Trunk der Toskana zu erzeugen. Weißwein ist übrigens auch beachtenswert. Die einheimischen roten Rebsorten sind unter anderem Canaiolo, Colorino, Malvasia Nera und Mammolo, während Weißwein meist von den Trebbiano-, Malvasier-, Vermentino- und Vernaccia-Reben hergestellt wird. Von weiter her haben sich Cabernet Franc, Merlot und Sauvignon Blanc eingeschlichen.  Der Verschnitt dieser verschiedenen Rebsorten sorgt für die unterschiedlichen Aromen, die wiederum die jeweiligen Weingüter prägen.

Die Traubenernte findet in der Toskana zwischen August und Oktober statt. Bild: John Crum/Alamy


Wann kann man die Traubenernte am besten miterleben?

Aufgrund der verschiedenen Sorten, des Mikroklimas des jeweiligen Weinguts, des Boden, also aufgrund des Terroirs ist es schwierig, sich auf ein bestimmtes Datum für die Traubenernte festzulegen. Die Toskana ist eine Hügellandschaft, in der man viele Weingüter an steilen Hängen sieht, die die Sonne optimal nutzen. Die Weinlese früh-reifendender Rebsorten, wie zum Beispiel Chardonnay, findet in der Toskana meist Ende August statt, während Sangiovese traditionell Anfang bis Mitte Oktober geerntet wird. Der Vegetationszyklus war 2018 eher recht feucht, so dass man als Winzer immer das Wetter im Auge behalten sollte. Einige Winzer haben sich deshalb entschlossen, die Reben schon früher zu ernten, um sie so vorm Faulen zu schützen, auch wenn so manche Traube noch ein bisschen mehr Sonne gebrauchen könnte.

 

Auf welche Namen sollte man achten und wo kann man lokale Anbieter finden?

Chianti, Brunello di Montalcino, Vin Santo sind alle unter den Superstars der Toskana. Das Herz der Chianti Weinherstellung, mit dem wohl bekanntesten Chianti Classio, schlägt zwischen Florenz und Siena, rund um Castellina, Gaiole, Radda und Greve. Brunello wird in der Nähe von Montalcino, südlich von Siena, produziert, Vin Santo kommt aus der gesamten Region. Vernaccia di San Gimignano und Vino Nobile di Montepulciano sind auch renommierte Namen, nach denen man Ausschau halten sollte. Eine neue Generation von Super-Toskanern entstand im 20. Jahrhundert, welches seitdem zu den göttlichen Weinen der Toskana zählt. Einer der originellsten ist Bolgheri, aus der Stadt mit demselben Namen in der Nähe von Livorno. Der Bolgheri Wein verfügt nun auch über die DOC Klassifizierung. Halten Sie auch nach kleineren Weingütern mit DOCs Ausschau, so wie zum Beispiel Colline Lucchesi in der Nähe von Lucca und auch Parrina aus Grosseto.

Die Trauben werden von Hand von den Reben gepflückt. Bild: Cultura Creative (RF) / Alamy

 

Was ist denn eigentlich der Unterschied zwischen einer DOC und einer DOCG Klassifizierung?

Das ist ganz einfach. DOC bedeutet Denominazione di Origine Controllata und für die DOCG wird einfach ein e Garantita angehängt. DOCG Wein ist hochwertiger. Die Abkürzung bedeutet, dass der Wein bestimmten Anforderungen bezüglich des Anbaugebietes, Alkoholgehalts und Mindestreifezeit in Flaschen und Fässern entsprechen muss. Die Abkürzung IGT, Indicazione Geografica Tipica, bedeutet, dass der Wein diesen Anforderungen nicht entspricht, er läßt sich aber durchaus trinken.

 

Noch eine wichtige Frage: Was trinkt man am besten wann?

Pop a Vernaccia di San Gimignano läßt man am besten ein Jahr ruhen. Einen Vino Nobile di Montepulciano und Weine von Bolgheri trinkt man nach zwei Jahren. Chiantis sind am besten nach fünf Jahren, obwohl manche auch 15 Jahren ruhen können. Brunello hingegen sollte man bloß nicht vor vier Jahren Ruhe probieren, manche sagen sogar, dass man lieber ein Jahrzehnt oder noch länger warten sollte. Vin Santo, als Dessertwein bekannt, obwohl es auch trockene Sorten gibt, sollte mindestens drei Jahre altern.

Und welcher Wein passt zu was?

Zum Chianti passt so vieles – Pizza, Pasta, ein herzhafter Eintopf…. Das bleibt ganz Ihnen überlassen. Zu einem Fiorentina Steak passt wunderbar ein Gläschen Brunello. Gibt es Spaghetti Bolognese, dann passt hierzu ein fruchtiger Vino Nobile di Montepulciano, zum Fisch hingegen ein leichter, frischer Vernaccia di San Gimignano. Cantuccini und ein süßer Vin Santo sind eine geradezu himmlische Verbindung, vergessen Sie nur nicht, den Cantuccini in den Wein zu tunken.

 

To Toskana verfügt über eine fantastische Auswahl an Ferienhäusern und Ferienwohnungen in der gesamten Region.

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